Kraterseen, heiße Quellen und eine Insel, auf der das Wetter in einer Stunde dreimal wechselt — mit Routen, Essen und einem Plan B für jeden Tag.
Auf São Miguel gibt es zwei Regeln. Die erste: Ein Mietwagen ist kein Komfort, sondern Voraussetzung — die Aussichtspunkte, Kraterseen und Thermalbäder liegen über die ganze Insel verteilt, und der Bus fährt dorthin nicht in einem Takt, der zu einem Urlaub passt. Die zweite: Was heute im Nebel liegt, kann morgen frei sein. Wer einen Aussichtspunkt fest einplant, plant falsch.
Deshalb steht in diesem Plan zu jedem Tag eine Alternative — nicht als Notlösung, sondern weil sie an manchen Tagen die bessere Wahl ist. Die Thermalbäder funktionieren bei jedem Wetter; im Regen sogar besser.
Zwei Dinge vorab: Die Tickets für die Thermalbäder haben unterschiedliche Regeln — eines verkauft ausschließlich online, eines ausschließlich vor Ort. Und der Cozido in Furnas muss Tage vorher bestellt werden, weil er morgens im Boden vergraben wird.
Der Flughafen liegt am Stadtrand. Am ersten Tag reicht die Stadt — der Rest der Insel läuft nicht weg.
Schwarz-weiße Basaltpflaster, die drei Torbögen am Hafen, niedrige Häuser mit dunklen Fensterrahmen. Die Stadt ist klein genug, dass man sie an einem Nachmittag im Gehen kennenlernt.
Am Flughafen oder in der Stadt. Ohne Auto ist der Rest dieses Plans nicht durchführbar.
Ein kleines Auto ist auf São Miguel im Vorteil: Die Straßen zu den Aussichtspunkten sind eng, und die Parkbuchten sind es auch.
Klein, laut, voll — und der beste erste Eindruck davon, wie auf der Insel gegessen wird. Portionen zum Teilen.
Ponta Delgada hat Museen und überdachte Gassen. Der erste Tag ist der unempfindlichste.
Das Bild, für das man auf die Azoren fliegt — wenn der Nebel mitspielt. Er spielt oft nicht mit.
Von Ponta Delgada rund 25 Kilometer nach Nordwesten, gut eine halbe Stunde. Die Straße steigt in Serpentinen zum Kraterrand.
Früh fahren. Nicht wegen der Besucher, sondern wegen der Wolken: Vormittags ist die Chance auf freie Sicht oft besser.
Der Aussichtspunkt, von dem aus man beide Kraterseen auf einmal sieht — den grünen und den blauen, getrennt nur durch eine schmale Brücke.
Der zweite große Aussichtspunkt über den Seen, nur wenige Autominuten entfernt und über einen kurzen Fußweg erreichbar. Von hier sieht man die Kraterlandschaft aus einem anderen Winkel — an Tagen mit ziehendem Nebel oft der klarere von beiden.
Ponta da Ferraria: eine Stelle, an der heiße Quellen direkt ins Meer treten. Bei ruhiger See und passender Tide kann man dort in warmem Salzwasser baden.
Bei Nebel bringt Sete Cidades nichts. Dann diesen Tag mit Tag 3 tauschen — die Thermalbäder in Furnas sind bei Regen sogar schöner.
Der Tag, an dem der Boden dampft. Und der beste Schlechtwettertag der Insel.
Mitten im Ort blubbern heiße Quellen aus dem Boden, es riecht nach Schwefel, und aus Löchern im Erdreich steigt Dampf. Am Seeufer außerhalb werden die Cozido-Töpfe vergraben — wer früh da ist, sieht, wie sie ausgegraben werden.
Der Eintopf, der fünf bis sechs Stunden in der vulkanischen Erde gegart hat. Kein Gericht, das man nachkochen kann — es braucht den Boden, in dem es gart.
Ein botanischer Garten aus dem 18. Jahrhundert, in dessen Mitte ein großes Becken mit eisenhaltigem Thermalwasser liegt — ockerbraun, rund 38 Grad, und man sitzt darin unter alten Bäumen.
Mehrere kleinere Becken in unterschiedlichen Temperaturen, mitten im Grünen — und bis spät abends geöffnet. Im Dunkeln beleuchtet ist es der schönere der beiden Orte.
Der ideale Regentag. Heißes Wasser bei kühlem Wetter ist besser als bei dreißig Grad.
Der schönste See der Insel liegt in einem Krater ohne Straße hinunter — und die einzigen Teeplantagen Europas liegen eine halbe Stunde entfernt.
Ein Kratersee ohne jede Bebauung, umgeben von steilen Hängen. Vom Aussichtspunkt an der Passstraße sieht man ihn ganz; wer hinunter will, geht einen steilen Pfad.
Der Abstieg zum Ufer ist steil und bei Nässe rutschig. Feste Schuhe, und die Zeit für den Rückweg mitrechnen — bergauf dauert es länger.
Auf dem Weg zur Nordküste liegt ein Naturdenkmal mit einem Wasserfall in ein warmes Becken und mehreren Thermalbecken im Farnwald. Kleiner als die Bäder in Furnas, dafür mitten im Grünen.
Die älteste noch arbeitende Teeplantage Europas, seit 1883 in Betrieb. Man geht durch die Felder, sieht die alten Maschinen in der Fabrik und probiert am Ende — der Besuch der Anlage kostet nichts.
Caldeira Velha und die Teefabrik funktionieren bei Regen. Der See nicht — den verschiebt man.
Die Ecke, die die meisten auslassen: steile Küste, angelegte Aussichtspunkte mit Gärten, kaum Verkehr.
Von Ponta Delgada rund anderthalb Stunden. Die Straße windet sich an der Küste entlang, und ab der Inselmitte wird es merklich leerer.
Kein bloßer Parkplatz mit Blick, sondern eine angelegte Gartenterrasse über der Steilküste — mit Hortensien, Wegen und Bänken. Einer der schönsten Aussichtspunkte der Azoren, und meistens ist man dort fast allein.
Der Rückweg führt an weiteren Aussichtspunkten vorbei. Wer Zeit hat, hält alle paar Kilometer — die Straße ist die Attraktion.
Nach ein paar Tagen Cozido und gegrilltem Fisch eine Abwechslung — klein, familiär, mit kurzer Weinkarte.
Der Nordosten lebt von der Aussicht. Bei Regen lieber tauschen: Furnas oder Ponta Delgada.
Pottwale sind hier ganzjährig. Ob man sie sieht, entscheidet der Tag.
Vor den Azoren fällt der Meeresboden steil ab — tiefes Wasser beginnt wenige Kilometer vor der Küste. Deshalb kommen hier Arten in Sichtweite, für die man anderswo stundenlang hinausfahren muss.
Ein kreisrunder Vulkankrater im Meer, dessen Inneres eine geschützte Lagune bildet. Boote fahren im Sommer von Vila Franca do Campo hinüber.
Japanisch-peruanische Küche mit dem Fisch des Tages, gegenüber der Kirche São Sebastião. Der Gegenentwurf zur traditionellen Karte, ohne die Insel zu verlassen.
Bei starkem Wind fällt die Ausfahrt aus. Deshalb steht sie am letzten Tag nur, wenn davor ein Puffer war — sonst früher einplanen.
Was man vorher wissen sollte, damit unterwegs nichts hakt.
Auf São Miguel praktisch unverzichtbar. Die Aussichtspunkte, Kraterseen und Thermalbäder liegen über die ganze Insel verteilt, und der Busverkehr ist auf den Alltag der Einwohner ausgelegt, nicht auf Ausflüge. Ein kleines Auto ist im Vorteil: enge Straßen, enge Parkbuchten.
Die Insel liegt mitten im Atlantik, und das Wetter wechselt innerhalb einer Stunde. Nebel an den Kraterrändern ist normal, kein Ausnahmefall. Wer die Aussichtspunkte flexibel einplant und die Thermalbäder als Alternative bereithält, verliert keinen Tag.
Poça da Dona Beija verkauft ausschließlich online, vor Ort gibt es keine Tickets; geöffnet bis spät in den Abend, Aufenthalt rund anderthalb Stunden. Terra Nostra verkauft ausschließlich am Eingang, schließt am frühen Abend, dafür ohne Zeitbegrenzung. Caldeira Velha muss vorab gebucht werden — am selben Tag geht es online nicht.
Das eisenhaltige Wasser in Terra Nostra färbt Stoff dauerhaft braun. Ein altes Badezeug mitnehmen, nicht das gute.
Der Eintopf gart fünf bis sechs Stunden in der vulkanischen Erde am Seeufer. Er muss deshalb Tage vorher angemeldet werden — das ist keine Höflichkeitsregel, sondern Zeitrechnung.
Der Flughafen João Paulo II liegt am westlichen Stadtrand von Ponta Delgada, wenige Minuten vom Zentrum.
Regenjacke, feste Schuhe, Badezeug — an jedem Tag. Auf São Miguel kann man morgens im Nebel stehen, mittags in der Sonne und abends im warmen Wasser sitzen.