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Tagesplan · Azoren

São Miguel in sechs Tagen

Kraterseen, heiße Quellen und eine Insel, auf der das Wetter in einer Stunde dreimal wechselt — mit Routen, Essen und einem Plan B für jeden Tag.

6 Tage 21 Programmpunkte Zuletzt geprüft: August 2026

Auf São Miguel gibt es zwei Regeln. Die erste: Ein Mietwagen ist kein Komfort, sondern Voraussetzung — die Aussichtspunkte, Kraterseen und Thermalbäder liegen über die ganze Insel verteilt, und der Bus fährt dorthin nicht in einem Takt, der zu einem Urlaub passt. Die zweite: Was heute im Nebel liegt, kann morgen frei sein. Wer einen Aussichtspunkt fest einplant, plant falsch.

Deshalb steht in diesem Plan zu jedem Tag eine Alternative — nicht als Notlösung, sondern weil sie an manchen Tagen die bessere Wahl ist. Die Thermalbäder funktionieren bei jedem Wetter; im Regen sogar besser.

Vorab buchen

Zwei Dinge vorab: Die Tickets für die Thermalbäder haben unterschiedliche Regeln — eines verkauft ausschließlich online, eines ausschließlich vor Ort. Und der Cozido in Furnas muss Tage vorher bestellt werden, weil er morgens im Boden vergraben wird.

Tag 1

Ankommen in Ponta Delgada

Hauptstadt

Der Flughafen liegt am Stadtrand. Am ersten Tag reicht die Stadt — der Rest der Insel läuft nicht weg.

Nachmittags

Ponta Delgada zu Fuß

Schwarz-weiße Basaltpflaster, die drei Torbögen am Hafen, niedrige Häuser mit dunklen Fensterrahmen. Die Stadt ist klein genug, dass man sie an einem Nachmittag im Gehen kennenlernt.

Zwei bis drei Stunden
Nachmittags

Mietwagen übernehmen

Am Flughafen oder in der Stadt. Ohne Auto ist der Rest dieses Plans nicht durchführbar.

Ein kleines Auto ist auf São Miguel im Vorteil: Die Straßen zu den Aussichtspunkten sind eng, und die Parkbuchten sind es auch.

Abends

Abendessen bei A Tasca

Klein, laut, voll — und der beste erste Eindruck davon, wie auf der Insel gegessen wird. Portionen zum Teilen.

Früh kommen. Wartezeiten von einer halben bis zu zwei Stunden werden berichtet.
Wenn es regnet

Ponta Delgada hat Museen und überdachte Gassen. Der erste Tag ist der unempfindlichste.

Tag 2

Sete Cidades

Westen

Das Bild, für das man auf die Azoren fliegt — wenn der Nebel mitspielt. Er spielt oft nicht mit.

Morgens

Fahrt in den Westen

Von Ponta Delgada rund 25 Kilometer nach Nordwesten, gut eine halbe Stunde. Die Straße steigt in Serpentinen zum Kraterrand.

Etwa 30 Minuten

Früh fahren. Nicht wegen der Besucher, sondern wegen der Wolken: Vormittags ist die Chance auf freie Sicht oft besser.

Vormittags

Miradouro da Vista do Rei

Der Aussichtspunkt, von dem aus man beide Kraterseen auf einmal sieht — den grünen und den blauen, getrennt nur durch eine schmale Brücke.

Eine Stunde mit Wanderung am Kraterrand
Liegt häufig im Nebel. Wenn die Sicht fehlt, hilft kein Warten — dann diesen Tag mit einem anderen tauschen und später wiederkommen.
Mittags

Boca do Inferno

Der zweite große Aussichtspunkt über den Seen, nur wenige Autominuten entfernt und über einen kurzen Fußweg erreichbar. Von hier sieht man die Kraterlandschaft aus einem anderen Winkel — an Tagen mit ziehendem Nebel oft der klarere von beiden.

30 bis 45 Minuten
Nachmittags

Weiter zur Westküste

Ponta da Ferraria: eine Stelle, an der heiße Quellen direkt ins Meer treten. Bei ruhiger See und passender Tide kann man dort in warmem Salzwasser baden.

Zwei Stunden
Nur bei ruhiger See und passendem Wasserstand. Bei Wellengang ist der Zugang gesperrt, und das ist ernst gemeint.
Wenn es regnet

Bei Nebel bringt Sete Cidades nichts. Dann diesen Tag mit Tag 3 tauschen — die Thermalbäder in Furnas sind bei Regen sogar schöner.

Tag 3

Furnas

Osten, Vulkanismus

Der Tag, an dem der Boden dampft. Und der beste Schlechtwettertag der Insel.

Morgens

Caldeiras das Furnas

Mitten im Ort blubbern heiße Quellen aus dem Boden, es riecht nach Schwefel, und aus Löchern im Erdreich steigt Dampf. Am Seeufer außerhalb werden die Cozido-Töpfe vergraben — wer früh da ist, sieht, wie sie ausgegraben werden.

Eine bis zwei Stunden
Mittags

Cozido bei Tony's

Der Eintopf, der fünf bis sechs Stunden in der vulkanischen Erde gegart hat. Kein Gericht, das man nachkochen kann — es braucht den Boden, in dem es gart.

Den Cozido einige Tage vorher anmelden. Wer spontan kommt, bekommt ihn nicht.
Nachmittags

Parque Terra Nostra

Ein botanischer Garten aus dem 18. Jahrhundert, in dessen Mitte ein großes Becken mit eisenhaltigem Thermalwasser liegt — ockerbraun, rund 38 Grad, und man sitzt darin unter alten Bäumen.

Zwei bis drei StundenTickets gibt es nur am Eingang, nicht online. Einlass am Nachmittag nur bis in den späten Nachmittag.
Das eisenhaltige Wasser färbt Badekleidung dauerhaft braun. Etwas mitnehmen, das danach nicht mehr schön sein muss.
Abends

Poça da Dona Beija

Mehrere kleinere Becken in unterschiedlichen Temperaturen, mitten im Grünen — und bis spät abends geöffnet. Im Dunkeln beleuchtet ist es der schönere der beiden Orte.

Anderthalb StundenTickets ausschließlich online. Vor Ort wird nichts verkauft — wer ohne Ticket kommt, steht vor der Tür.
Pro Buchung ist ein Zeitfenster von etwa anderthalb Stunden vorgesehen.
Wenn es regnet

Der ideale Regentag. Heißes Wasser bei kühlem Wetter ist besser als bei dreißig Grad.

Tag 4

Lagoa do Fogo und die Teeplantage

Inselmitte und Nordküste

Der schönste See der Insel liegt in einem Krater ohne Straße hinunter — und die einzigen Teeplantagen Europas liegen eine halbe Stunde entfernt.

Morgens

Lagoa do Fogo

Ein Kratersee ohne jede Bebauung, umgeben von steilen Hängen. Vom Aussichtspunkt an der Passstraße sieht man ihn ganz; wer hinunter will, geht einen steilen Pfad.

Eine Stunde am Aussichtspunkt, drei bis vier mit Abstieg

Der Abstieg zum Ufer ist steil und bei Nässe rutschig. Feste Schuhe, und die Zeit für den Rückweg mitrechnen — bergauf dauert es länger.

Auch hier gilt die Nebelregel. Die Passstraße liegt hoch, und die Wolken hängen oft genau dort.
Mittags

Caldeira Velha

Auf dem Weg zur Nordküste liegt ein Naturdenkmal mit einem Wasserfall in ein warmes Becken und mehreren Thermalbecken im Farnwald. Kleiner als die Bäder in Furnas, dafür mitten im Grünen.

Anderthalb StundenVorab buchen. Eine Buchung am selben Tag ist online nicht möglich.
Auch hier sind die Aufenthalte auf etwa anderthalb Stunden begrenzt.
Nachmittags

Chá Gorreana

Die älteste noch arbeitende Teeplantage Europas, seit 1883 in Betrieb. Man geht durch die Felder, sieht die alten Maschinen in der Fabrik und probiert am Ende — der Besuch der Anlage kostet nichts.

Ein bis zwei Stunden
Wenn es regnet

Caldeira Velha und die Teefabrik funktionieren bei Regen. Der See nicht — den verschiebt man.

Tag 5

Der Nordosten

Nordeste

Die Ecke, die die meisten auslassen: steile Küste, angelegte Aussichtspunkte mit Gärten, kaum Verkehr.

Morgens

Fahrt an die Ostküste

Von Ponta Delgada rund anderthalb Stunden. Die Straße windet sich an der Küste entlang, und ab der Inselmitte wird es merklich leerer.

Etwa 1,5 Stunden
Vormittags

Miradouro da Ponta do Sossego

Kein bloßer Parkplatz mit Blick, sondern eine angelegte Gartenterrasse über der Steilküste — mit Hortensien, Wegen und Bänken. Einer der schönsten Aussichtspunkte der Azoren, und meistens ist man dort fast allein.

Eine Stunde
Nachmittags

Zurück über die Ostküste

Der Rückweg führt an weiteren Aussichtspunkten vorbei. Wer Zeit hat, hält alle paar Kilometer — die Straße ist die Attraktion.

Zwei bis drei Stunden mit Stopps
Abends

Vegetarisch in Ponta Delgada

Nach ein paar Tagen Cozido und gegrilltem Fisch eine Abwechslung — klein, familiär, mit kurzer Weinkarte.

Wenn es regnet

Der Nordosten lebt von der Aussicht. Bei Regen lieber tauschen: Furnas oder Ponta Delgada.

Tag 6

Wale und der letzte Tag

Auf dem Wasser

Pottwale sind hier ganzjährig. Ob man sie sieht, entscheidet der Tag.

Morgens

Whale Watching ab Ponta Delgada

Vor den Azoren fällt der Meeresboden steil ab — tiefes Wasser beginnt wenige Kilometer vor der Küste. Deshalb kommen hier Arten in Sichtweite, für die man anderswo stundenlang hinausfahren muss.

Etwa drei StundenVorab buchen. Bei starkem Wind wird nicht gefahren — die Ersatzregelung vorher klären.
Keine Sichtungsgarantie, und kein seriöser Anbieter gibt eine. Ausschauhalter an Land funken den Booten die Positionen; das erhöht die Trefferquote deutlich, ersetzt aber kein Wetter.
Nachmittags

Ilhéu de Vila Franca do Campo

Ein kreisrunder Vulkankrater im Meer, dessen Inneres eine geschützte Lagune bildet. Boote fahren im Sommer von Vila Franca do Campo hinüber.

Zwei bis drei Stunden
Nur saisonal zugänglich, und die Besucherzahl ist begrenzt. Vorher prüfen, ob gefahren wird.
Abends

Letzter Abend

Japanisch-peruanische Küche mit dem Fisch des Tages, gegenüber der Kirche São Sebastião. Der Gegenentwurf zur traditionellen Karte, ohne die Insel zu verlassen.

Wenn es regnet

Bei starkem Wind fällt die Ausfahrt aus. Deshalb steht sie am letzten Tag nur, wenn davor ein Puffer war — sonst früher einplanen.

Praktisches

Was man vorher wissen sollte, damit unterwegs nichts hakt.

Mietwagen

Auf São Miguel praktisch unverzichtbar. Die Aussichtspunkte, Kraterseen und Thermalbäder liegen über die ganze Insel verteilt, und der Busverkehr ist auf den Alltag der Einwohner ausgelegt, nicht auf Ausflüge. Ein kleines Auto ist im Vorteil: enge Straßen, enge Parkbuchten.

Wetter

Die Insel liegt mitten im Atlantik, und das Wetter wechselt innerhalb einer Stunde. Nebel an den Kraterrändern ist normal, kein Ausnahmefall. Wer die Aussichtspunkte flexibel einplant und die Thermalbäder als Alternative bereithält, verliert keinen Tag.

Thermalbäder — drei Häuser, drei Regeln

Poça da Dona Beija verkauft ausschließlich online, vor Ort gibt es keine Tickets; geöffnet bis spät in den Abend, Aufenthalt rund anderthalb Stunden. Terra Nostra verkauft ausschließlich am Eingang, schließt am frühen Abend, dafür ohne Zeitbegrenzung. Caldeira Velha muss vorab gebucht werden — am selben Tag geht es online nicht.

Ändert sich häufiger — Stand 29.8.2026.

Badekleidung

Das eisenhaltige Wasser in Terra Nostra färbt Stoff dauerhaft braun. Ein altes Badezeug mitnehmen, nicht das gute.

Cozido vorbestellen

Der Eintopf gart fünf bis sechs Stunden in der vulkanischen Erde am Seeufer. Er muss deshalb Tage vorher angemeldet werden — das ist keine Höflichkeitsregel, sondern Zeitrechnung.

Anreise

Der Flughafen João Paulo II liegt am westlichen Stadtrand von Ponta Delgada, wenige Minuten vom Zentrum.

Was mitgehört

Regenjacke, feste Schuhe, Badezeug — an jedem Tag. Auf São Miguel kann man morgens im Nebel stehen, mittags in der Sonne und abends im warmen Wasser sitzen.

Worauf dieser Plan beruht

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