Sieben Tage mit Strand, Insel und drei Ausflügen, die sich wirklich lohnen — ohne dass der Urlaub zur Rundreise wird.
Der häufigste Fehler auf Fuerteventura ist, die Insel wie ein Sightseeing-Ziel zu behandeln. Sie ist gut hundert Kilometer lang, und wer jeden Tag etwas anderes ansteuert, verbringt die Woche im Mietwagen. Die Insel gibt aber genau das Gegenteil her: lange Strandtage, dazwischen drei, vier Ausflüge, die den Unterschied machen.
Dieser Plan geht von einer Unterkunft im Süden aus, an der Jandía Playa oder in Morro Jable — dort liegt der lange Strand, und dort wohnen die meisten. Wer im Norden bei Corralejo wohnt, dreht die Reihenfolge einfach um.
Zwei Dinge vorab: den Mietwagen für die Tage buchen, an denen man ihn wirklich braucht — nicht für die ganze Woche —, und die Genehmigung für die Isla de Lobos rechtzeitig online beantragen. Ohne sie kommt man nicht auf die Insel.
Am ersten Tag nichts planen. Der Strand ist der Grund, warum man hier ist.
Kilometerlanger heller Sand, flach abfallend, mit Liegen und Schulen dahinter. Der Wind kommt verlässlich — deshalb sieht man hier mehr Windschutz als anderswo und mehr Segel auf dem Wasser.
Ein Windschutz oder eine Bucht macht den Unterschied zwischen einem langen und einem kurzen Strandtag. Der Passat weht fast immer.
Ein paar Minuten weiter liegt der Ort mit Hafen und Promenade. Meeresfrüchte, ohne dass man weit fahren muss.
Regen ist auf Fuerteventura die Ausnahme, aber Wind ist es nicht. Wenn es zu stark bläst, hilft die Ostküste — sie liegt im Windschatten.
Der eine Tag, an dem Fuerteventura aussieht wie vor fünfzig Jahren.
Eine Schotterpiste mit Serpentinen über den Kamm des Jandía-Massivs, ab Morro Jable. Dahinter liegt ein kilometerlanger Strand ohne ein einziges Gebäude.
Früh losfahren: Die Piste ist dann leerer, und das Licht über der Bucht ist besser. Ausgeschildert sind 30 km/h, vor Kurven bergab 20.
Auf derselben Runde liegt der Leuchtturm am südlichen Ende der Insel, über den Fischerort Puerto de la Cruz erreichbar. Dort gibt es Lokale — auf der ganzen Strecke die einzige verlässliche Einkehr.
Bei Regen fällt die Piste aus — sie wird rutschig, und der Reiz von Cofete ist der weite Blick. Dann besser tauschen mit dem Inseltag.
Nach dem Staub der Piste ist ein Abend im Hotel keine schlechte Idee.
Kein Programm. Genau dafür ist man hier.
Der Passat weht verlässlich — deshalb ist Fuerteventura seit Jahrzehnten eine der ersten Adressen für Surfen, Windsurfen und Kiten in Europa. Schulen und Verleih gibt es an der gesamten Playa, für Anfänger wie für Fortgeschrittene.
Der Atlantik ist kühler als das Mittelmeer. Ein Neoprenanzug gehört fast immer dazu, auch im Sommer.
Wind ist hier kein Störfall, sondern das Angebot.
Die andere Seite der Insel: schwarzes Gestein, Brandung, kaum Hotels.
Die Fahrt quer über die Insel führt durch Ebenen aus Stein und Ziegenweide. Im Landesinneren ist es deutlich wärmer als an der Küste, weil der Wind fehlt.
Terrasse direkt über dem Atlantik, frischer Fisch, lokale Produkte. Der Ort macht den Unterschied: Hier schlägt die Brandung gegen schwarzes Gestein, während man isst.
Vom Ort führt ein ausgeschilderter Küstenweg zu ausgewaschenen Meereshöhlen im ältesten Gestein der Kanaren. Eine gute Viertelstunde zu Fuß, über Treppen und Fels.
Feste Schuhe. Der Weg ist kurz, aber uneben.
Bei Regen ist der Küstenweg rutschig. Das Restaurant und die Fahrt bleiben; die Höhlen verschiebt man.
Ein Tag zur freien Verfügung — Strand, oder die ruhigere Ostküste.
Costa Calma liegt zwischen Norden und Süden, ist ruhiger als Jandía und flach ins Wasser. Für Familien mit kleineren Kindern die entspanntere Wahl.
Gran Tarajal liegt ungefähr auf halber Strecke an der Ostküste. Das Lokal der Fischereigenossenschaft am Hafen serviert, was der Kutter gegenüber gebracht hat — man wählt vom Tablett.
Die Ostküste liegt im Windschatten — der beste Plan an einem windigen Tag.
Ein Tag ohne Autos, ohne Hotels, ohne Strandbars.
Von Jandía in den Norden ist es die ganze Länge der Insel — gut hundert Kilometer auf asphaltierten Hauptstraßen. Unterwegs liegen die Dünen von Corralejo, ein Naturpark, der sich bis an die Straße zieht.
Zwischen den Orten liegen längere Strecken ohne Versorgung. Voll tanken, Wasser mitnehmen.
Rund 15 bis 20 Minuten Überfahrt ab Corralejo. Auf der Insel: ein Vulkankegel, eine flache Lagune, ein paar Wege — und sonst nichts.
Bevor es die Insel wieder hinunter geht: kanarische Küche mit Meerblick, der Fisch des Tages wird am Tisch gezeigt.
Bei starkem Wind fahren die Fähren nicht. Deshalb diesen Tag nicht auf den letzten legen — dann bleibt ein Ersatztag.
Nichts mehr anfangen, was man nicht zu Ende bringen kann.
Die Bucht sieht am letzten Tag anders aus als am ersten — man weiß inzwischen, wo der Wind herkommt und wo man liegen will.
Wer noch einmal richtig kanarisch essen will statt international: Las Playitas an der Ostküste liegt auf dem Weg zum Flughafen, wenn man ohnehin nach Norden muss.
Was man vorher wissen sollte, damit unterwegs nichts hakt.
Für Cofete, Ajuy und den Weg nach Corralejo braucht man ein Auto; für die Strandtage nicht. Wer nur an den Tagen mietet, an denen er fährt, spart und muss sich nicht um Parkplätze am Hotel kümmern. Wichtig ist der Blick in den Vertrag: Viele Anbieter untersagen unasphaltierte Strecken, und die Piste nach Cofete ist genau das.
Der Passat weht fast immer. Für Surfer ist das der Grund herzukommen, für Strandlieger der Grund, einen Windschutz aufzustellen. Die Ostküste liegt im Windschatten — an sehr windigen Tagen die bessere Wahl.
Auf Cofete, auf der Isla de Lobos und an den Naturstränden gibt es weder Kiosk noch Schatten. Was man braucht, nimmt man mit.
Nicht jeder Strand ist ein Badestrand. An der Westküste und in Cofete ist die Strömung meist zu stark — dort fährt man wegen der Landschaft hin, nicht wegen des Wassers.
Die Genehmigung wird vorab online beantragt, die Besucherzahl ist begrenzt. In der Hochsaison sind die Zeitfenster früh vergeben — nicht erst am Vortag kümmern.
Wir haben an der Jandía Playa gewohnt, im Aldiana Club Fuerteventura auf dem Felsplateau darüber — Redaktionswertung 5,5 / 6. Die Ausflugs- und Restaurantangaben sind redaktionell recherchiert und belegt.