Sieben Etappen über 1.680 Kilometer — mit Fahrzeiten, Stopps und der Frage, wo sich das Bleiben lohnt.
Queensland ist größer als Frankreich und Spanien zusammen. Die Küstenstrecke von Brisbane bis Cairns misst rund 1.680 Kilometer, und selbst ohne einen einzigen Stopp sitzt man gut neunzehn Stunden im Auto. Diese Zahl ist der Grund, warum so viele Routen scheitern: Sie planen die Orte und vergessen die Strecke dazwischen.
Sechzehn Tage sind die ehrliche Untergrenze für die ganze Strecke. Wer weniger Zeit hat, fährt besser nur den halben Weg und fliegt zurück — Brisbane bis Airlie Beach sind rund 1.100 Kilometer und lassen sich in zehn Tagen ohne Hetze fahren.
Der Mietwagen wird in Brisbane übernommen und in Cairns abgegeben. Diese Einwegmiete kostet in Australien einen Aufschlag, der bei der Buchung sichtbar sein sollte — sonst steht er später auf der Rechnung.
Ankommen, den Jetlag abschütteln, das Auto übernehmen. Nach mehr als zwanzig Stunden Flug ist ein voller Tag ohne Fahrt keine verlorene Zeit.
Die Hauptstadt Queenslands liegt an einer Flussschleife, und der Weg am Wasser entlang führt an fast allem vorbei, was man sehen will. South Bank mit der künstlichen Lagune liegt gegenüber der Innenstadt.
Der Bruce Highway beginnt in Brisbane. Ab hier geht es nur noch nach Norden.
In Australien wird links gefahren. Die ersten Kilometer nach der Übernahme sind die schwierigsten — deshalb nicht direkt nach der Landung starten.
Brisbane hat Museen und eine überdachte Markthalle. Der Regen in Queensland ist meist heftig und kurz.
Der erste Stopp liegt nah genug, dass der Tag nicht im Auto endet.
137 Kilometer, gut anderthalb Stunden. Die kürzeste Etappe der ganzen Route.
Die Sunshine Coast reicht über hundert Kilometer, mit versteckten Buchten zwischen den bekannten Stränden. Der Noosa National Park liegt direkt am Ort und hat einen Küstenweg, auf dem man mit etwas Glück Koalas sieht.
Die Buchten funktionieren auch bei Regen — das Wasser ist warm.
Die größte Sandinsel der Erde. Der eine Ort auf dieser Route, für den man einen zusätzlichen Tag einplanen sollte.
190 Kilometer, rund zweieinhalb Stunden. Hervey Bay ist der Ausgangspunkt für die Insel und im Winter außerdem für Walbeobachtungen.
Über 120 Kilometer Sandstrand, Süßwasserseen mitten in den Dünen, Regenwald auf Sand. Auf der Insel gibt es keine asphaltierten Straßen — gefahren wird mit Allradfahrzeugen über den Strand, und die Fahrzeiten hängen von der Tide ab.
Bei starkem Regen werden die Sandpisten schwierig. Geführte Touren entscheiden das für einen; Selbstfahrer sollten die Lage vor Ort erfragen.
Das Great Barrier Reef beginnt hier — nur ohne die Boote, die weiter nördlich fahren.
120 Kilometer, etwa anderthalb Stunden.
Der südliche Teil des Riffs ist der ruhigere. Von hier aus erreicht man vorgelagerte Koralleninseln; nach Heron Island vor Gladstone dauert die Überfahrt etwa zwei Stunden.
Zwischen November und März legen an dieser Küste Meeresschildkröten ihre Eier ab. Die Beobachtung ist geführt und reglementiert.
Ausfahrten aufs Riff fallen bei Wind aus. Ein Puffertag an dieser Stelle ist keine verschwendete Zeit.
Der längste Fahrtag der Route. Wer ihn teilt, übernachtet unterwegs in Rockhampton oder Mackay.
481 Kilometer, rund fünf Stunden reine Fahrzeit. Mit Pausen wird daraus ein ganzer Tag. Unterwegs liegen Gladstone und Rockhampton als mögliche Zwischenstopps.
Auf dem Bruce Highway wechseln sich lange gerade Abschnitte mit Ortsdurchfahrten ab. Zwischen den Orten liegen teils weite Strecken ohne Tankstelle.
74 Inseln vor der Küste, dazwischen türkisfarbene Lagunen. Whitehaven Beach auf Whitsunday Island gilt als einer der schönsten Strände der Welt; das Heart Reef sieht man nur aus der Luft.
Bei Wind fahren die Boote nicht. Drei Nächte geben genug Spielraum, um einen Tag zu verlieren.
Ein Zwischenstopp, kein Ziel. Wer Zeit hat, hängt hier Magnetic Island an.
280 Kilometer über Bowen, etwa drei Stunden.
Vom Hafen in Townsville fährt eine Fähre auf die Insel vor der Küste. Dort leben freilebende Koalas, und die Wege dorthin sind kurz.
Die Fähre fährt bei normalem Wetter. Bei Zyklonwarnung gilt anderes — die Saison dafür liegt zwischen November und April.
Das Ziel. Und der einzige Ort auf der Route, an dem Regenwald und Riff nebeneinander liegen.
350 Kilometer, rund vier Stunden. Die letzte lange Etappe.
Ab Cairns starten täglich Ausfahrten ans äußere Riff. Wer nicht taucht, schnorchelt; wer beides nicht will, fährt mit einem Boot mit Glasboden.
Nördlich von Cairns liegt der älteste noch bestehende Regenwald der Erde — und an einer Stelle reicht er bis ans Riff. Die Fahrt dorthin führt über eine Kabelfähre über den Daintree River.
Ein Ort im Regenwald oberhalb von Cairns, erreichbar mit einer historischen Bahn hinauf und einer Seilbahn über die Baumkronen zurück.
Im tropischen Norden regnet es kräftig und kurz. Der Regenwald ist bei Regen eher schöner; die Riff-Ausfahrten hängen am Wind, nicht am Regen.
Was man vorher wissen sollte, damit unterwegs nichts hakt.
April bis Oktober ist im Norden Trockenzeit. In den Monaten dazwischen ist es heiß, schwül und die Zeit der Zyklone; außerdem sind dann in Nordqueensland gefährliche Quallen im Wasser, und Baden ist nur in Netzen oder mit Ganzkörperanzug ratsam.
Für Australien ist vorab eine elektronische Genehmigung nötig — eVisitor oder ETA, je nach Staatsangehörigkeit. Das lässt sich online erledigen, aber nicht am Flughafen.
Linksverkehr. Die Strecken sind lang und die Ortsdurchfahrten kurz; zwischen den Orten liegen teils weite Abschnitte ohne Tankstelle. In der Dämmerung sind Kängurus auf der Straße ein reales Risiko — viele Mietverträge schließen Fahrten nach Einbruch der Dunkelheit deshalb aus.
Übernahme in Brisbane, Rückgabe in Cairns kostet in Australien einen Aufschlag. Er sollte bei der Buchung sichtbar sein.
Brisbane bis Cairns sind rund 1.680 Kilometer und gut neunzehn Stunden reine Fahrzeit. Wer nur bis Airlie Beach fährt, bleibt bei rund 1.100 Kilometern.
Nördlich von Cairns gibt es Krokodile in Flüssen und Flussmündungen, saisonal dazu Quallen. Baden nur an ausgewiesenen Stellen.